Mittwoch, April 16, 2008

Mission Flashback

Da ich in den letzten Tagen, viel an Mission bzw. meine Bekehrung gedacht habe, wollte ich kurz ein paar Gedanken von Mission schreiben. Es ist nicht schwer, an Mission zu denken, wenn ich hier am Rechner sitze. Vor mir steht ein kleiner Teddy im Dirndl mit meinem Namensschild. *Grins* Da kommt die Erinnerung an die schöne (aber nicht immer einfache) Zeit sehr schnell zurück und ich grinse bis über beide Ohren.
Zum anderen habe ich vor mir an der Wand ein Zitat hängen, dass mir eine Freundin mit auf Mission gegeben hat. Da der Zettel auf Englisch ist und ich finde, es hört sich besser als die deutsche Übersetzung an, werde ich es auf Englisch wiedergeben. Ihr könnt es aber auf Deutsch nachlesen in Kohelet 4:9-10.
Two are better than one; because they have a good reward for their labor. For if they fall, the one will lift up his fellow: but woe to him that is alone when he falleth; for he hath not another to help him up.
- Ecclesiastes 4:9-10

Warum schreibe ich das? Auf Mission gab es so viele Situationen, in denen ich genau das sehen konnte. Und dabei ist es egal, ob es der eigene Mitarbeiter ist, dem man wieder auf hilft oder vielleicht man selbst. Oder auch mal andere Missionare. Ich denke zum Beispiel auch oft daran, dass wir Sisters unsere Distrikts- bzw. Zonenleiter oft aufgebaut haben. Einige Auswirkungen davon waren einfach so toll, dass ganz lustige Erlebnisse entstanden sind, die mich immer wieder zum Lachen bringen. Oder wir haben versucht, andere Mitarbeiterschaften aufzubauen und ihnen zu helfen. Das gleiche gilt natürlich für sehr viele Mitglieder und unsere Untersucher. Mir kommt gerade ein Gedanke in den Kopf. Wann kann der Zweite dem Ersten wieder aufhelfen? Ja nur, wenn er genügend Liebe für den Ersten hat. Und gerade auf Mission habe ich gelernt, die Menschen um mich herum noch mehr zu lieben und das beste für sie zu wollen. Ich wollte, dass alle glücklich sind und ihre Probleme bei Seite legen können. Und alles, was ich für andere habe tun können, hat mich wieder glücklicher gemacht.
Auf der anderen Seite konnte ich oft sehen, wie sehr meine Mitarbeiter, andere Missionare, Untersucher, Mitglieder, ... mir geholfen haben. Manchmal waren es Kommentare von fremden Leuten, die mir soviel bedeutet haben.

  • München. Oktoberfest 2003. Der Tag vor dem Wiesn-Einzug. Wir durften in der ganzen Zeit nicht mehr in den Bahnen oder auf den Straßen kontaktieren. Es hing ein bisschen vom Gebiet ab. Aber da die Leute meist sehr besoffen waren, konnte es gefährlich werden. Und wir haben einiges gesehen. Wir waren auf dem Weg nach außerhalb von München. Es war ein langer Weg und wir wollten kontaktieren. Wir fingen mit Origami an. Ich konnte den fliegenden Kranich und wir haben den ganzen Tag in der Bahn gebastelt. Wenn uns Leute beobachtet haben oder ansprachen, dann haben wir kontaktiert. Wir haben die Kraniche den Leuten geschenkt, in der Bahn gelassen und die restlichen 60 in der Gemeinde am nächsten Tag verteilt. Während wir auf einem Bahnsteig warten mussten (und bastelten, denke ich), kam eine ältere Frau (um die 60) zu uns. "Sie sehen aber so gepflegt und ordentlich gekleidet aus. Das sieht man selten bei so jungen Leuten. Sie strahlen etwas Besonderes aus!" Wow. Das tat gut.

  • Keine Ahnung wann. München. U-Bahn Mailingerstr. Wir fuhren mit der U-Bahn vom Hauptbahnhof zur Mailingerstr. Die Bahn war voll, wir standen an einer Tür. Mailingerstr. stiegen wir aus. Aus der Tür neben uns im gleichen Wagen stieg auch eine Frau aus. Sie kam auf uns zu und fragte: "Sind Sie auch Nonnen? Ich habe Sie einsteigen sehen. Sie strahlen so!" Wir hatten eine Nonne in Zivil vor uns. Und ganz ehrlich, ich fand es als ein Kompliment, dass uns eine Nonne uns nur nach dem Äußeren (wir hatten ja keinen Kontakt) uns ebenfalls für Nonnen hielt. Sie hielt uns also für jemanden, der im Dienst Gottes steht, für andere da ist und das Evangelium verkündet. Wenn das jemand sagen kann, nur weil er uns beobachtet hat, dann ist das ein riesen Kompliment. Sie hat es richtig erkannt und wir haben wohl unseren Job gut gemacht (soll jetzt kein Eigenlob sein).


Diese Erlebnisse bleiben in Erinnerung. Beide Frauen haben uns durch Ihre Worte aufgebaut.
Es gibt so viele Erlebnisse, die ich mit diesem Spruch in Verbindung bringe, aber es sind doch einige dabei, die hier nicht so für die Öffentlichkeit sind. Aber in den Situationen habe ich den Spruch am meisten verinnerlichen können.

2 Kommentare:

  1. ich stimme zu!!! Die mission war besonderes.

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  2. :) ja besonders die 4 Wochen mit dir in einer Wohnung. Den einen Abend werde ich nie vergessen. ;) Das ganze war sehr zum Lachen. Wie gut, dass wir keine Mitarbeiter waren :D

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