Mittwoch, Mai 28, 2008

Die Ausnahme in Kreuzberg

Nach 2,5 Jahren habe ich mich doch einmal wieder durchgerungen zum Zahnarzt zu gehen. Es lohnt sich einfach nicht. Nutzen - Zeitaufwand steht einfach in keinem Verhältnis. Hinfahren, warten und zurück schlagen mit über einer Stunde zu Buche. Und mein neuer Zahnarzt ist in der Nähe meiner Arbeit! Dem gegenüber stehen 7 Minuten Behandlung. So lange, weil er zwischendurch noch mit einem Zahntechniker ein anderes Problem besprechen musste. Ich bin sehr zufrieden mit dem Arzt. Der war echt cool: ziemlich jung und wohl deswegen sehr gesprächsbereit und hat von sich aus einiges erklärt. Außerdem sehr witzig. Er meinte immer wieder "Ja, die müssen alle raus. Sieht ganz schlimm aus." :D Kleiner Scherz, am Ende meinte er nur: "Sie sind die Ausnahme in Kreuzberg". Solche Zähne wie meine sieht er fast nie. Also falls ihr mal einen neuen Zahnarzt braucht, sagt bescheid. Er ist auch nicht in Kreuzberg, sondern auf der anderen Straßenseite in Mitte. Ich empfehle meinen gerne weiter.
Als Frau ist man (oder besser frau) es ja gewöhnt, vor Untersuchungen gefragt zu werden, ob man schwanger ist. Und da interessiert es ja keinen, ob man verheiratet ist oder nicht. So ist halt unsere Gesellschaft. Deswegen hat mich mein Zahnarzt dann doch überrascht. Er meinte, ich werde wohl nie Probleme mit Karies haben. Ich habe keine Veranlagung dazu. Außer, ... "Sind Sie verheiratet?" Bevor ich überhaupt zum Antworten kam, hat er sich die Frage selbst beantwortet. Ich musste mir das Lachen verkneifen. Was denn, um Karies zu bekommen (sich evtl. anzustecken) muss man verheiratet sein? Zum Kinderkriegen nicht? Das war einfach herrlich. Aber eigentlich hört es sich an, als ob er auch andere Wertvorstellungen dann hat als die meisten. So, für mich sind Zahnarztbesuche kurz, schmerzlos und sogar lustig. Sehen wir mal von den 4 OPs wegen meiner Weisheitszähne ab. :) Die waren alles andere als schmerzlos.
Und hat noch jemand Lust, Zahnarztgeschichten zu erzählen? ;)

1 Kommentar:

  1. Nach einigen Jahren kurzer Routinebesuche beim Zahnarzt - stets bemüht den Status Checkheft gepflegt zu erhalten - kam es dieses Jahr schon ziemlich heftig. Zwei gefühlte "Tiefseebohrungen" durfte ich über mich ergehen lassen und so nahm ich erstmals in 28 Jahren das Angebot einer lokalen Betäubung in Anspruch. Neben dem Zeitfaktor von jeweils ca. 1 Std durfte ich auch noch knapp 80 EUR für die Füllung der frisch gebohrten "Riesenkrater" zuzahlen.
    - Meine Liebe zu Zahnärzten wurde dieses Jahr schon über Gebühr strapaziert, aber auch ich kann meine Zahnärztin fachlich wie sozial nur weiterempfehlen -

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