Mittwoch, November 05, 2008

Obama ist neuer Präsident von Amerika

Nach dem ihr ja schon Off-Topic gegangen seid, könnt ihr das jetzt auch on-topic machen. :)
Obama steht als neuer Präsident fest. Wie ich finde, ist er die bessere Alternative. Ich habe keine Rede von McCain oder Obama gehört und habe ihre Versprechen/ Ziele auch nur schwach verfolgt. Allerdings gefiel mir da Obama besser. Menschlich gesehen ist Obama bei weitem vorne. Zumindest so weit man allen Berichten über die Duelle und Auftritte glauben darf, so hat Obama am besten reagiert. Er blieb ruhig, wurde nicht zu beleidigend. Er scheint personell keinen Fehlgriff bisher begangen zu haben. Da muss man McCain aber zu gute halten, dass jeder wusste, wer seine Vize-Kandidatin ist. Bei Obama hab ich das einmal gelesen, registriert und wieder vergessen. Naja, jetzt muss Obama zeigen, dass er auch mit seinen jungen Jahren das Zeug zum Präsidenten hat. Gerade sein Alter wird ihm ja immer wieder vorgehalten.

Auch wenn wir nicht so direkt von den Entscheidungen vom Präsidenten von Amerika betroffen sind, so ist der Einfluss auf uns doch viel größer als man sich oft vorstellt. Kerstin, wie du schon sagtest, gerade bei Kriegen bekommen wir viel mit. Ich kann nur sagen, der Beginn des Irak-Krieges hatte sehr großen Einfluss auf mich. März 2003 war ich im MTC. Eines morgens (müsste der 16.3.03 gewesen sein) haben sie uns erklärt, dass der Krieg ausgebrochen ist. Dies hatte zur Folge, dass alle Missionspräsidenten aus Europa nicht zu einer Versammlung ins MTC nach Preston, England kommen durften. Mit den wenigen Infos, die wir bekamen, konnten wir uns auch nicht wirklich ein Bild machen, was in der Welt gerade los ist. Dann hiess es auch, wegen dem Krieg müssen wir früher am Flughafen sein, da es mehr Kontrollen gab. Davon hab ich zwar nichts gemerkt, aber es war schon ein komisches Gefühl, zu fliegen und nicht zu wissen, wo gerade richtig was los ist. Ich hatte definitiv kein ruhiges Gefühl. Dann auf Mission wurde ich so oft für eine Amerikanerin gehalten, obwohl ich nur Deutsch mit den Leuten sprach. Die Leute wollten mir nicht glauben, dass ich Deutsche bin. Und dann immer die Fragen: Ist Bush nicht Mitglied eurer Kirche? Was sagt die Kirche zum Krieg? Mir standen diese Fragen wirklich sonst wo, da ich sie täglich mehrfach beantworten musste. Das ging mehrere Monate so. Zum Ende meiner Mission wurde es selten. Und bei dem ganzen habe ich oft genug, die Aggressionen der Leute gegenüber Amerikanern im Allgemeinen gespürt. Auch wenn ich für einen Amerikaner gehalten wurde, so hatte ich mir nie Sorgen um mich selbst gemacht, schließlich weiss ich ja, dass ich Deutsche bin. Aber ich hatte immer Angst um meine Mitarbeiter und habe oft innerlich gebetet, dass sie keine Kommentare machen und sich aus diesen Diskussionen raushalten. Ich hatte Angst, dass viele Leute gefährlich werden könnten. Wenn meist auch nur verbal, aber nicht nur.
Außerdem mussten wir die Hälfte unseres Notfallgeldes immer bei uns haben, dass wir im Notfall sofort zu unserem Treffpunkt fahren konnten, wo alle Missionare eines Gebietes sich im Fall der Fälle sammeln sollten. Dafür gab es einen ausgearbeiteten Notfallplan. Am Anfang durften die Apostel und andere Beamte der Kirche nur fliegen, wenn es unbedingt notwendig war. Missionspräsidenten durften ihre Mission gar nicht verlassen. Einfach damit niemand Gefahr lief. Das hieß für uns aber auch, dass Versammlungen ausfielen. So gab es für uns keine Missionskonferenz mit Elder Wirthlin.
Ich kann sagen, diese eine Entscheidung hatte großen Einfluss auf mein Leben, auch wenn ich weit weg von Amerika war. Also ganz so egal ist es dann doch nicht, wer Präsident wird.

3 Kommentare:

  1. Eben. Die USA sind ja nun immer noch die mächtigste Nation der Welt und verhalten sich auch so.

    Ich hoffe nur, dass nicht mehr deutsche Truppen nach Afghanistan müssen nach Obamas Androhung. Positiv ist auf jeden Fall seine Klimapolitik und das Vorhaben das unsägliche Guantanamo zu schließen. Und ich hoffe, dass die Amerikaner ein vernünftiges Gesundheitssystem bekommen. Und toll ist auch, dass der Rassismus einen schweren Dämpfer bekommen hat, müsste uns auch passieren (wie wär es mal mit einem türkischen Migranten oder noch besser einer türkischen Migrantin als Bundeskanzlerin?).

    Beide Kandidaten sind für mich nur Notlösungen. Dennoch sollen auch mal die Vorteile von dem doch sehr viel besseren Obama zur Sprache kommen. Ich habe Obama reden gehört und auch Teile von McCains Reden.

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  2. Interessant. Ich hoffe, dass er den Job gut machen wird. Im Moment glaub ich's nicht. Ich glaube nicht, dass McCain der richtige Mann ist - denke nur, dass er ein besserer Wahl waere. Natuerlich moechten wie alle, das der Krieg aufhoert. Und ich denke, das ein "vernuenftiges Gesundheitssystem" sehr gut waere. Ich glaube aber nicht, dass wir eines bekommen werden. Naja, Ueberraschungen gefallen mir . . .

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  3. Kristee, Du bist doch Amerikanerin. Dürfte ich Dir eine Frage stellen: Warum glaubst Du nicht, dass Ihr eine gute Gesundheitsvorsorge bekommt? Viele bei Euch sind doch Christen - die armen Menschen müssen denen doch auch am Herzen liegen. Was ist denn das Hindernis? Wir haben in Deutschland eine Gesundheitsversorgung. Sie wird zwar immer mehr minimiert, aber sie ist (noch) vorhanden. Was ist bei Euch das Problem?

    Vielen Dank schon mal :-)
    P.S. Warum wäre für Dich McCain die bessere Wahl?

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