Dienstag, September 16, 2008

Die eigenen Erwartungen kennen

Der Titel ist vielleicht auf den ersten Blick etwas irreführend. Ist aber die Überschrift von einer Bewertung, die man für sich machen kann.
Letzte Woche war ich das erste Mal seit langem wieder im Institut. Bei den 4 Kursen gab es eigentlich nur einen, der mich etwas angesprochen hat. Auch wenn "das Leben Christi" sehr spannend sein wird, wollte ich nicht unbedingt in diese Klassen. Weder Deutsch noch Englisch. Und auch Missionsvorbereitung hat noch einige Jahre Zeit. Blieb nur noch "Vorbereitung auf eine Ewige Ehe". Und genau da wollte ich nicht hin. Als ich las, dass der Kurs angeboten wurde, war meine erste Reaktion: "Ach nicht schon wieder. Da geh ich nicht hin." Ich hatte den Kurs schon 2 mal in den letzten 2 Jahren gemacht. :D Also nicht noch einmal. Aber dann hatte ich das Gefühl, ich sollte dahingehen. Bei den besten Lehrern ja auch kein Wunder.
Jedenfalls die Klasse war toll. Jeder sollte 20 Fragen bewerten, was für ihn am wichtigsten in (s)einer Ehe ist. Es gab 20 Aussagen für Männer und 20 Aussagen für Frauen. Die Bewertungsbögen sind aus 2 Büchern: "Was Ehemänner von Ehefrauen erwarten" und "Was Ehefrauen von Ehemännern erwarten". Eigentlich ist es, um die eigene Ehe zu bewerten. Von daher als JAE auch etwas schwieriger.
Ich muss sagen, bei den Aussagen für Frauen über die Männer haben mir viele Sachen gefehlt, die wichtig sind. Diese sind aber in den Aussagen für die Männer über Frauen drin. Wenn man sich die Aussagen anschaut, merkt man auch, dass die Aussagen für die Frauen von einem Mann geschrieben sein müssen. Es ist mehr wie ein Mann denkt, dass er sein soll. Und bei den Aussagen für Männer ist es genau anders herum. Das muss von einer Frau geschrieben sein, wie eine Frau denkt, dass sie sein soll.

Also, ich dachte, ich schreib die Aussagen mal ab. Aus den 20 Aussagen soll man sich 10 heraussuchen, die einem am Wichtigsten in (s)einer Ehe sind und von 1 (am Wichtigsten) bis 10 (nicht so wichtig) durchnummerieren. Danach kann man das natürlich mit dem Ehepartner teilen.

Hier die Aussagen für Männer:
1. Sie ist bereit, manches um unserer Beziehung willen aufzugeben.
2. Sie hält das haus sauber und sorgt dafür, dass nicht zuviel Unordnung herrscht.
3. Sie bereitet nahrhafte Mahlzeiten zu und serviert sie auf einem hübsch gedeckten Tisch in einer angenehmen Atmosphäre.
4. Sie hilft mir, meine geistigen Bedürfnisse zu erfüllen.
5. Sie verständigt sich offen mit mir, indem sie mit mir spricht und mir zuhört.
6. Sie hilft mir, in unserer Beziehung sexuelle Befriedigung zu erfahren.
7. Sie ist sich dessen bewusst, dass ihr Äußeres und ihre körperliche Verfassung meine Gefühle für sie beeinflussen.
8. Sie unterstützt mich in meinen Bedürfnissen zu Hause und bei der Arbeit.
9. Sie hat Geduld mit mir und nörgelt nicht ständig an mir herum.
10. Sie bringt ihre Liebe durch Wort und Tat zum Ausdruck.
11. Sie hat Selbstachtung.
12. Sie ist bemüht, sich weiterzubilden, und informiert sich über aktuelle Ereignisse.
13. Sie hat Sinn für Humor.
14. Sie macht mit mir gemeinsam Fortschritt, ist jedoch auch unabhängig.
15. Sie sorgt hinreichend für das seelische und körperliche Wohl unserer Kinder.
16. Sie macht sich nicht zuviel Sorgen.
17. Sie bemüht sich, mit meinen Eltern gut auszukommen.
18. Sie teilt mir oft ihre Gefühle und Gedanken mit.
19. Sie lässt mich auch einmal allein sein, wenn es notwendig ist.
20. Ich bin ihr sehr wichtig, noch wichtiger als die Kinder.

Aussagen für Frauen:
1. Er ist daran interessiert, wie ich meinen Tag verbringe.
2. Er hilft im Haushalt mit, ohne dass ich ihn darum bitten muss und ohne sich zu beklagen.
3. Er ermöglicht es, dass ich Zeit dafür habe, mich zu entspannen und allein zu sein.
4. Er hilft mir, in unserer Beziehung sexuelle Befriedigung zu erfahren.
5. Er bringt mir überraschend ein Geschenk oder Blumen mit und schreibt manchmal auch ein paar Zeilen dazu.
6. Er kocht in regelmäßigen Abständen das Essen oder geht mit mir essen, damit ich die alltägliche Hausarbeit auch einmal hinter mir lassen kann.
7. Er drückt seine Zuneigung aus, indem er mich ohne sexuelle Nebengedanken berührt.
8. Er verbringt oft Zeit mit mir allein, frei von Unterbrechungen und Störungen.
9. Er räumt seine eigenen Sachen auf und erwartet nicht, dass ich es tue.
10. Er verständigt sich offen mit mir, indem er mit mir spricht und mir zuhört.
11. Er kommt zu der Zeit nach Hause, die er mir mitgeteilt hat, oder er ruft rechtzeitig an.
12. Er führt die Aufgaben aus, die er begonnen hat oder zu denen er sich bereit erklärt hat.
13. Er bringt seine Liebe durch Wort und Tat zum Ausdruck.
14. Er zeigt immer noch genauso viel Interesse an mir wie zu der Zeit, al wir noch miteinander ausgingen.
15. Er ist an meinen sich ändernden intellektuellen, emotionalen, gesellschaftlichen und körperlichen Bedürfnissen interessiert.
16. Er versteht, dass sich eine neue Kleidung und meine äußere Erscheinung auf meine Selbstachtung auswirken.
17. Er unterstützt mich in meinen persönlichen Bestrebungen, anstatt mich zu entmutigen.
18. Er hilft mir meine geistigen Bedürfnisse zu erfüllen.
19. Er hilft tatkräftig mit, die Kinder zu erziehen und für sie zu sorgen.
20. Er macht mir häufig Komplimente.

Ich hatte mir nur 10 Punkte rausgesucht, die ich aber inzwischen ganz anders heraussuchen würde. Eine Nummerierung hatte ich nicht gemacht. Irgendwie sind viele Aussagen in ihrer Bedeutung sehr ähnlich und das macht die Zuordnung etwas schwer.

Viel Spaß bei der eigenen Bewertung. :D

4 Kommentare:

  1. "Er hilft im Haushalt mit, ohne dass ich ihn darum bitten muss und ohne sich zu beklagen."

    hihi - das passiert einfach nicht. Maenner denken . . . anders und bemerken nur das, was fuer die wichtig oder noetig ist. Ich kann hoffen, dass er es sieht, wenn's etwass zu tun gibt. Aber das, was ich sehe ist NICHT das, was er sieht. :)

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  2. Die Ansprüche des Mannes an die Frau sind mega-egoistisch in dieser Aufzählung - das ist keine Partnerschaft, das ist eine Sklavin, die nur die Bedürfnisse des Mannes befriedigt. In dieser Aufzählung will der Mann keine Partnerin, mit der er sich austauschen kann, sondern nur jemand, der sich um ihn kümmert. Er will keine Frau, von der er auch mal was lernen kann. Ich bin ehrlich gesagt erschrocken, dass sich ein Mann solch eine Liste ausdenken kann.

    Die Liste der Frauenansprüche an einen Mann ist nicht ganz so einseitig.

    Ich vermisse bei beiden Listen aber den Punkt, dass man auf einer Wellenlänge sein sollte, ähnliche Ziele und Tagesgestaltung. Treue und Kommunikation ist das A und O; den anderen glücklich zu machen, auch wenn das bedeutet, mal selbst zurückzustecken. Man muss den anderen komplett so annehmen, so wie er/sie ist. Positive Veränderungen können nur durch das eigene Wollen kommen, dürfen nie erzwungen oder andauernd geäußert werden. Eine Ehe ist doch kein Spielfeld um einen Klon meiner Wünsche herzustellen. Es geht um einen Menschen, den ich liebe und zwar bedingungslos, so wie er ist mit allen seinen Fehlern. Wenn ich das nicht kann, darf ich diesen Menschen nicht heiraten!

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  3. Nachdem von den letzten sieben Einträgen im Blog nur einer kommentiert wurde, scheint dieses Thema doch auf reges Interesse zu stoßen.

    Eines meines Lieblingszitate lautet: "Wer sich mit dem Gedanken trägt, zu heiraten, muss sich klarmachen, dass [man für] die glückliche EHe, die man sich erhofft, ... viele Opfer bringen, vieles mit dem Partner teilen und sogar auf einige persönliche Freiheiten verzichten muss. Zur Ehe gehört auch, dass man lange und viel sparen muss. Zur Ehe gehört, dass man Kinder bekommt, die finanzielle Belastungen mit sich bringen, viel Zeit und Fürsorge erfordern und viele Sorgen bereiten. ANDERERSEITS ERFÄHRT MAN IN DER EHE ABER AUCH DIE DENKBAR SCHÖNSTEN UND ERHABENSTEN GEFÜHLE ÜBERHAUPT." (S.W.Kimball)

    Ansonsten bin ich noch voller Bewunderung wie Kerstin es in einer kurze Aussage zusammengefasst hat. "Eine Ehe ist doch kein Spielfeld um einen Klon meiner Wünsche herzustellen. Es geht um einen Menschen, den ich liebe und zwar bedingungslos, so wie er ist mit allen seinen Fehlern."

    Ich liebe es nicht perfekt sein zu müssen. Halt einfach mal Frosch sein dürfen. :-)

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  4. ich bin ja echt überrascht, dass dieses thema gleich eine diskussion losgerissen hat.

    mir hatte vertrauen in der liste och gefehlt. Aber das kann man auch in dem punkt über offen miteinander reden finden. ohne vertrauen würde ich das ja auch nicht machen.

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